Welt-Sepsis-Tag

Welt-Sepsis-Tag – der Tag einer noch unbekannten Erkrankung

Der Welt-Sepsis-Tag findet jedes Jahr am 13. September statt. Er soll dazu beitragen, Sepsis bekannter zu machen und für dieses Thema zu sensibilisieren. Früherkennung und die damit einhergehende erfolgreiche Behandlung sind hier das Augenmerk. Die Aufklärung über Symptome, Diagnostik und Therapie werden stark in den Fokus gesetzt. Was genau ist jedoch eine Sepsis und was ist das Gefährliche daran? Wir klären auf.

Was ist eine Sepsis?

Sepsis ist ein anderes Wort für Blutvergiftung oder Blutstrominfektion. Sie kann bei verschiedensten Infektionskrankheiten als schwerwiegende bis lebensbedrohliche Komplikation auftreten. Eine Sepsis entsteht, wenn bei einer Infektion der Körper eine fehlregulierte Reaktion aufweist, welche zu multiplem Organversagen führen kann. Das Fatale ist, dass angenommen wird, eine Blutvergiftung könne nur durch eine entzündete Wunde entstehen. Bei jeder Art von Infektion durch Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten kann der Körper Fehlreaktionen aufweisen. Sofern die Infektion nicht medikamentös behandelt oder durch das körpereigene Immunsystem in Schach gehalten wird, kann eine Sepsis entstehen.

Grundsätzlich kann jeder, der eine Infektion im Körper trägt, an einer Sepsis erkranken. Jedoch gibt es Gruppen mit einem höheren Risikofaktor. Zu den Risikogruppen zählen:

  • Neugeborene und Säuglinge bis 1 Jahr
  • Personen ab ca. 60 Jahren
  • Personen mit chronischen Erkrankungen der Lungen, Nieren, Leber u. ä.
  • DiabetikerInnen
  • KrebspatientInnen
  • Personen mit geschwächtem Immunsystem
  • Personen mit fehlender Milz

Wie verläuft eine Sepsis?

Eine Blutvergiftung ist der schwerstmögliche Verlauf einer Infektionskrankheit. Gelingt es der körpereigenen Abwehr nicht, die Krankheitserreger in Zaum zu halten, können sich diese über den Blutkreislauf und die Lymphgefäße im gesamten Körper ausbreiten. Um eine Verschlimmerung der Infektion zu verhindern, reagiert der Körper mit einer Überreaktion. Dadurch greift das Immunsystem nicht nur die Erreger an, sondern auch das körpereigene Gewebe. Dies kann zu Multiorganversagen und einem lebensbedrohlichen septischen Schock führen. Ohne eine frühzeitige Erkennung und Behandlung endet eine Sepsis häufig tödlich oder mit schwerwiegenden Folgen für Betroffene.

Welche Symptome weißt eine Sepsis auf?

Die Symptome einer Sepsis sind eher unspezifisch und können auch bei anderen Krankheiten auftreten. Liegt eine Infektion vor, sollten Sie daher bei den folgenden Symptomen durchaus an eine Sepsis denken:

Erste Symptome

  • Fieber mit Schüttelfrost
  • Schwitzen oder Frieren
  • Schwächegefühl
  • Kurzatmigkeit, schnelle Atmung
  • Schneller Puls, Herzrasen
  • Feuchte Haut
  • Kalte Extremitäten
  • Schmerzen und starkes Krankheitsgefühl

Symptome bei anhaltender Sepsis

  • Verwirrtheit, Desorientiertheit
  • Warme und gerötete Haut
  • Kurzatmigkeit, schnelle Atmung
  • Schneller Puls, Herzrasen
  • Schwäche
  • Niedriger Blutdruck
  • Verminderter Harndrang

Symptome bei fortschreitender Sepsis

  • Niedrige Körpertemperatur
  • Schwerfällige Atmung
  • Kalte, fleckige oder blaue Haut (verminderte Blutzirkulation)
  • Absterben von Gewebe (auch lebenswichtigen Zellen wie Organen)

Bei Verdacht auf eine Sepsis sollten Sie umgehend den Notarzt 112 rufen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf!

Wie wird eine Sepsis behandelt?

Um eine Sepsis behandeln zu können, müssen in erster Linie die Erreger ausfindig gemacht werden. Wenn der Arzt dann festgestellt hat, welches Bakterium, welcher Virus o. ä. die Blutvergiftung ausgelöst hat, werden gezielt Medikamente zur Bekämpfung eingesetzt.

Im Verlauf der Behandlung sollte in regelmäßigen Abständen eine Kontrolle erfolgen. Hier wird geprüft, ob das Medikament anschlägt und eventuell auf ein anderes umgestellt, um der Genesung beizutragen.

Wird eine Sepsis erst zu einem späteren Zeitpunkt behandelt und es liegt bereits eine starke Sepsis oder ein Septischer Schock vor, muss der Körper zunächst hydriert und mit Sauerstoff versorgt werden. Bleibt der Blutdruck auf einem niedrigen Niveau und/oder ist die Durchblutung der Organe nicht ausreichend, werden den Betroffenen bestimmte Hormone verabreicht, die das Herz-Kreislauf-System anregen.

Auch üblich ist die chirurgische Entfernung des Entzündungsherdes sowie Wundspülungen und der Einsatz von Drainagen. Alle Maßnahmen dienen dem Zweck, den Körper bei der Selbstheilung zu unterstützen. Ob eine Operation stattfinden kann, ist von Fall zu Fall von der Gesamtverfassung des Patienten/der Patientin abhängig.


Drucken