Homeoffice und Homeschooling – ein Erfahrungsbericht

Homeoffice und Homeschooling – ein Erfahrungsbericht Teil 1

Eine der größten Herausforderungen für arbeitende Eltern während der Pandemie ist, den Beruf und das Homeschooling miteinander zu vereinbaren, die Kids 24 Stunden und 7 Tage die Woche zuhause zu haben. Neben wichtigen Telefonaten und E-Mails muss man irgendwie versuchen, die Kinder zum Lernen zu bewegen, für Fragen zur Verfügung zu stehen und am besten jeden Tag frisches, warmes Essen auf den Tisch zu zaubern. Wie nervenaufreibend so ein Alltag manchmal sein kann, haben wir bei unserer Kollegin Simone Franz aus erster Hand erfahren. Was ist ihr Résumé aus der Situation? Lesen Sie jetzt in ihrem Erfahrungsbericht.

Liebe Simone, beschreibe uns doch mal den typischen Alltag im Homeoffice mit Kindern im Homeschooling.

Tatsächlich beginnt jeder Tag bereits am Abend zuvor mit der Überlegung „Wer hat wann was?“. Bei drei Jungs und diversen Schulszenarien muss man sich sortieren und den Überblick behalten. Sind sie gerade komplett zu Hause oder teilweise zu Hause oder gar nicht zu Hause? Vielleicht wochenweise, vielleicht tageweise in der Schule bzw. im Homeschooling? Meine Zwillinge drücken die virtuelle Schulbank in der 5. Klasse auf dem Gymnasium und Junior vergnügt sich in der Grundschule (3. Klasse). Abseits von Corona sind die Jungs morgens um 7 Uhr aus dem Haus, um sich gemütlich vom Bus zur Schule fahren zu lassen. Da die Großen allerdings nun schon seit Monaten – bis auf eine einwöchige Ausnahme – keine Schule mehr von innen gesehen haben, will der „Kleine“ nicht alleine Bus fahren. Somit startet Mutti als Taxiunternehmen in den Tag, nachdem für alle Beteiligten ruckzuck die diversen Frühstücksbrote gerichtet wurden.

Nach der Fahrt zur Schule (aktuell alle zwei Tage) kurzer Plausch mit den „Großen“, bevor diese um 8 Uhr in ihre erste Videokonferenz starten und ich an meinem Schreibtisch im Keller ins Homeoffice verschwinde. An den schulfreien Grundschultagen teile ich zweitweise meinen Schreibtisch, um mich im Schul-Intranet mit den diversen Anweisungen an meinen Sohn zu beschäftigen und diese direkt an ihn weiterzugeben. Zwischen „Dehnungs-h“, „scharfem s“ und „ch versus x“ beantworte ich Emails, tausche mich mit meinen Kollegen aus und telefoniere – natürlich immer die Uhr im Blick oder vielmehr im Nacken! Denn um 12:30 Uhr (jeden zweiten Tag) rollt das Taxi wieder zur Schule. Davor noch schnell den Backofen vorheizen und los geht’s!

Nach dem Mittagessen werden die Klavier- und Flötenstunden (via Telefon versteht sich) vom Keller aus koordiniert, Hausaufgaben kontrolliert und dem Drucker gut zugeredet, damit er doch noch mit dem letzten Tropfen Tinte die Infos zu griechischen Göttern, Lichtquellen und unechten Brüchen ausspuckt.

Wie ist es für Dich, alles zu koordinieren zwischen Arbeit, Einkaufen, Kochen und Kinder bespaßen?

Man stellt sich selbst die Frage - am Rande des Wahnsinns oder einfach nur reif für die Insel? Lagerkoller Homeschooling – zwischen Bewerbermanagement, schriftlicher Subtraktion, Active Sourcing und Englischvokabeln…

Bestes Beispiel: was gibt es heute zum Mittagessen? Diese Frage beschäftigt nicht nur meine Jungs bereits kurz nach dem Frühstück, sondern auch mich als eifrige Hausfrau und Mutter, und wird im Laufe des Vormittags immer dringlicher. Welches schnelle Nudel-, Maultaschen- oder Chicken-Nuggets-Gericht könnte man denn heute auf den Tisch bringen? Von dem Luxus, dass die Kinder ihr Mittagessen im Hort zu sich nehmen, habe ich mich schon vor vielen Monaten verabschiedet. Aber es nützt ja nichts – irgendwann zwischen zwölf und 14:00 Uhr muss der Griffel im Homeoffice fallen gelassen und eine warme Mahlzeit auf den Tisch gebracht werden. Und um ehrlich zu sein, nervt mich dieses Essensthema am allermeisten. Wie gerne würde ich mich auch mal wieder an einen gedeckten Tisch setzen!

Aber ich bin mir sicher, dass es noch wesentlich schlimmer sein könnte. Da ich die Großen mehr oder weniger ihrem Schicksal überlasse und sie sich eigenständig um ihre To-Do-Listen kümmern, ist das schon mal die halbe Miete.

Du hast ja drei Jungs, zwei davon im pubertierenden Alter – wie lief es mit der Motivation für „Schulkrams“?

Zum Glück befinden sich die Zwillinge erst in der präpubertären Phase. Aber auch diese hat es in sich und bietet ausreichend Potenzial, um sich gegenseitig auf den Geist zu gehen. Was nun ein großer Vorteil ist (bisher habe ich es als eher lästig empfunden), dass die Kids heutzutage den Umgang mit Smartphone und Co. quasi mit der Muttermilch infiltriert bekommen. Das führte dazu, dass mit Start des Homeschoolings sofort klar war, was, wo, wie und wann online zu finden ist und wie alles notwendige drumherum funktioniert. Somit bin ich äußerst dankbar, für diese digitalen Geschichten nicht auch noch „single point of contact“ zu sein.

Glücklicherweise motivieren sich die Großen mehr oder weniger selbst. Der Dank geht hier an die Lehrer, die sich redlich bemühen, die Halbwüchsigen bei der Stange zu halten. Bei dem Kleinen könnte ich mir allerdings auf die Stirn schreiben: „Hast Du schon Deine Aufgaben gemacht?“ Die Antwort ist fast immer gleich. Nach ein paar Remindern wird dann aber auch hier alles zu Mamas Zufriedenheit erledigt.

Wie empfindest du das Homeschooling? Ist es eine gute Lösung? Würdest du es wieder so machen?

Tja – was soll ich sagen? Das Ganze war und ist ja nicht die Entscheidung der Mamas und Papas. Man hat keine Wahl und fügt sich in sein Schicksal. Ich bin froh, dass meine Jungs von Geburt an Struktur kennen. Darauf lässt sich gut aufbauen. Und auch wenn ich die Lautstärke und Streitereien der drei häufig verfluche, ist es gerade jetzt gut, dass sie zu dritt sind. Dann haben sie Sparringspartner für Hausaufgaben, schlechte Laune, Langeweile – und natürlich nicht zu vergessen für Fachsimpeleien über Pokémon, Brawl Stars und die angesagtesten YouTuber.

Summa summarum habe ich das große Glück, dass meine Arbeit nicht nur Homeoffice-, sondern auch Homeschooling-tauglich ist. Ich kann mir vieles frei einteilen und jederzeit auf den Support meiner lieben Kollegen und Kolleginnen zählen, falls ich mich wegen schulischer Aktivitäten gerade mal nicht um einen Fall kümmern kann. Das ist extrem viel wert! Vielen Dank dafür an die ganze Eßmann Mannschaft!

Simone Franz

Simone Franz

Recruiting Lead

Von einer großen international tätigen Unternehmensberatung kam Simone im September 2017 in unser Team. Als engagierte Leitung des Recruitings und Mutter von drei Jungs ist Simone für unser Team eine große Bereicherung. Ihre besondere Zielstrebigkeit, die langjährige Erfahrung und ihr Fingerspitzengefühl machen sie zu einer leidenschaftlichen Vollblut-Recruiterin. Sie koordiniert Aufträge, führt internationale Gespräche und betreut sowohl Kunden als auch Bewerber. Kandidatenprofile analysiert und versteht sie wie keine Zweite.